Bericht über das Helge Konzert in Dortmund
am 19. August 1997

von Tim Kersebohm

HELGES KONZERT IN DEN RUHR-ROCK-HALLEN DORTMUND

Das Konzert war entgegen aller Erwartungen leider NICHT vollständig ausverkauft, obwohl an der Abendkasse noch einige Karten an den Mann gebracht weden konnten.
Wir waren extra 90 min. vor Beginn schon eingetroffen, da wir gehört hatten, daß die Veranstaltung teilbestuhlt sei. Und tatsächlich: Sämtliche hinteren Reihen waren über und über mit Scheiße bedeckt! So eine Sauerei! Na ja, aber wir nahmen dann ja gottseidank in Reihe numero zwo Platz, um uns dort zu plazieren. Und siehe da: Wir hatten Glück! Und zwar fand Helge uns so gut, daß er lauthals bekundete, wir seien das beste Publikum, das er in seinem ganzen Leben gesehen hatte! Das ist doch schon mal etwas! Und er meinte das wirklich ehrlich, hat er gesagt! Toll! Soviel Mut! Von dieser Meinung konnten ihn auch einige (und wenn ich sage einige, dann meine ich sehr viele!) Prolls nicht abbringen, die durch penetrant witzige Zwischenrufe den Meister wieder und wieder zu provozieren suchten, was ihnen aber nicht gelang. ("Helge, gib alles! Ausziehen!" - "Klappe.") Helge hatte diese Erfahrung auch schon in Dresden gemacht, woraufhin er es aus der Landkarte 'rausgeschnitten hat. Dortmund fand er trotzdem besser, denn Dortmund ist eine Reise wert (eine Reise nach London). High-Lights des Konzerts waren a) meine Zigaretten, die ich nicht konsumieren durfte und b) natürlich Helge, der mit "Pflaumenbaum" und "Telephoneman" die Knaller des Abends landete. Nicht auslassen darf man auch die hervoooragenden Musikanten, allen voran Carlos und und Peter H., die durch Instrumentalität bestachen. Etwas im Schatten blieben in dieser Hinsicht leider Gleithmann und Sandro, was sie aber durch optisches Appeal zehnmal wieder wettmachten! Total Scheiße fanden wir a) die Pferdefresse vor uns, die immer meinte, (nicht) im Takt klatschen zu müssen und b) die Schnepfen neben uns, die auf sämtliche Sprüche von Helge irgendwelche blöden Antworten herausblökten und durch 800 Hertz-Schreie sämtliche Umhersitzenden in den Wahnsinn trieben ("MEISENMANN!!! WHUUUUUU!!!"). Abhilfe: Man müßte sich für Helges Konzerte erst einmal BEWERBEN, und der Klap entscheidet dann, wer überhaupt reindarf. Das wär doch mal was! Weitere Tiefpunkte waren 1. Helges Klaviersoli, die etwas unter Form waren (durch alles andere 100x kompensiert) und 2. die Tatsache, daß trotz ZEHNminütigem Klatschen, Toben und Herumtollen niemand zu einer zweiten Zugabe zu bewegen war, was sämtliche Anwesenden, die nicht vor der ersten schon gegangen waren, bis zur Enttäuschung provozierte.

Trotzdem: Alles in Allem eine tolle Sache, die man nur weiterempfehlen könnte, wäre sie nicht schon vorbei! Die fantastische Appearance von Helge und seinen Kumpanen zog sämtliche Zuschauer in ihren Bann. Ein tolles Konzert, das hierzulande seinesgleichen sucht!

Schade, daß die Tournee nicht verlängert wird, denn der Chef ist nunmal der Chef!

Tschö, Tim & Uli

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