Essen steht kopf: Star trinkt Tee

Soundcheck, Konzert und Backstage in der Grugahalle (25.9.99)
(von Oliver Krämer)

An Essen hatte ich durch die Oscar-Show noch gute Erinnerungen, diesmal sollte also ein Klap-Treffen im Rahmen eines Helge-Konzerts stattfinden. Martin nahm die ca. 80 Fans vor der Halle in Empfang, und man konnte endlich mal einige von den Fans persoenlich kennenlernen, mit denen man sonst nur virtuell zu tun hat. Waehrend die Buehne fertig gemacht wurde, tauchte zur allgemeinen Erheiterung Zwiebel aus Praxis Dr. Hasenbein auf, den ich wegen seiner abben Haare erst gar nicht erkannte. Er ist total lieb und erzaehlte bereitwillig ueber die Dreharbeiten und seine Hippie-Zeit mit Helge in Muelheim. Zak Domino betrat als erster Musiker die Halle und ich bat ihn um ein Foto, das er dann auch von mir vor der Buehne gemacht hat! Ich schlenderte durch die Halle und Eric kam gerade herein, der mich aus Rottweil kannte und gleich begruesste. Die beiden spielten sich dann etwas warm und ich ging wieder nach draussen, um auf Helges Ankunft zu warten, die sich ziemlich verzoegerte.

Sein alter Mercedes, den ich in Rottweil nochmal bewundert hatte, steht ja inzwischen zur Versteigerung. So rauschte Helge mit seinem neuen Nobel-Mercedes ein, mit ihm Gleithmann und Wanjiru. Eigentlich ein fuer Helge eher untypischer Wagen, aber warum sollte man als Star auf einen gewissen Luxus verzichten?! Eine Gruppe etwas gehandicappter Mitbuerger belagerte direkt das Auto und liess Helge kaum aussteigen. Ich stand mit Andrea, Stoeff und Torsten etwas abseits und wir betrachteten alles amuesiert, so auch Helge, der immer wieder lachend herueberschaute und zu verstehen gab, dass er den ganzen Zirkus ziemlich abgefahren fand. Die wollten tausend Autogramme und Fotos, Helge machte alles mit und ging dann in die Halle, ich direkt hinterher.

Der Soundcheck war sehr interessant, Helge spielte mit den Musikern einige Stuecke kurz an ohne sie vorher anzusagen, er spielte einfach drauf los und liess ein Steuck in das andere uebergehen. Grandios war Grugabad, ein Duett mit Wanjiru, und zu meiner grossen Freude kam auch kurz Sex Machine (ich hatte diesen Song bei der Hochzeit eines Freundes in Helge-Manier zum besten gegeben). Es folgte eine kurze Ansage an die Fans, die jetzt noch zwei Stunden Pause haetten. Heute Abend muessten sie sich besonders anstrengen, weil Verwandte und Freunde da waeren. Helge ging nochmal raus, um seine Karosse einzuparken, und ich fragte ihn auf der Treppe, ob er Sex Machine auch in der Show spielen wuerde - er ueberlege es sich. Dann drehte er sich erst zu mir um, erkannte mich und gruesste. Als wir dann noch Fotos machten und Autogramme holten, sagte ich ihm, wie cool ich Zwosprachig aufgewachsen finde. Kurz darauf kam Helge dann doch noch zu den Klap-Leuten, wurde direkt belagert, signierte Autogramme und nahm Geschenke entgegen. Zu der geplanten Fragestunde kam es leider nicht, dazu haette er auf der Buehne bleiben und von dort aus Fragen beantworten muessen.

Als Sabine und ich noch ein ausgewogenes Abendessen zu uns nahmen, kam Eric daher und wir unterhielten uns noch eine Weile, wie Soundchecks so ablaufen und warum es mit Helge nie langweilig wird. Dann war schon Einlass der Horde und wir gingen auf unsere Plaetze in der ersten Reihe Mitte. Zunaechst sah es so aus, als wuerde die riesige Halle nicht mal annaehernd voll, was dann aber bis kurz vor Beginn der Show doch noch geschah. Die Stimmung war sehr gut und es gab viele Helge-Rufe. Der Chef hatte diesmal andere Schuhe an, die Rutschstiefel vom Fernsehgarten, ausserdem eine andere Brille und noch eine schicke Muetze. Die Show war solide, aber sicher nicht die beste der Tour. Helge erzaehlte vergleichsweise wenig, der Schwerpunkt lag diesmal mehr auf der Musik. Er wollte sich wegen des Boxkampfes auch nur zwei Stunden Zeit nehmen.

Bei Naechte in weissen Sachen sang er von seiner Mutter, die behauptet, bei 90 Grad waschen waere schon Kochwaesche, obwohl das Wasser ja erst bei 100 Grad kocht. Bei Hey Joe brachte er die Nummer mit dem defekten Mikro. Katzeklo war wieder sehr ausfuehrlich mit der alten Oma, die auf ihrer eigenen Muschi ausrutscht, nachdem ihr Schwebeszustand vor dem Supermarktregal beendet war. Ein absolutes Highlight der Show ist fuer mich Telefonmann als Rocknummer, es erinnert etwas an die Big Band-Version und wuerde sich auf einer Maxi sehr gut machen. Klapperstrauss ist in dieser Version auch grandios, wie auch Ich gehe in die Disco, wo Helge immer hofft, dass niemand auf seinen Kartoffelsack tritt. Doing Di Doing war auch wieder dabei, wie auch diverse Solata, um dem Meister eine Kaffeepause zu goennen. Auf meinen Zuruf spielte er dann auch kurz Sex Machine! Einige wollten unbedingt Tropfsteinhoehle, und ein paar Saetze kamen dann auch, als Erwin mehrer Male hintereinander Sprudel bringen musste. Einmal hatte er die Jacke schon wieder halb ausgezogen, was Helge zu der Vermutung brachte, dass "da hinten noch ein Streifen gedreht wird." Wie ein roter Faden zog sich die Udo Lindenberg-Imitation "Schade schade, Helge" durch den Abend, genauso die nicht vorhandenen Kinder in der ersten Reihe. Wanjiru und Gleithman haben sich wie immer verausgabt, Eric bestieg gegen Ende sogar die erhoehte Buehnenseite. Als Zugabe kam Helge nochmal raus und redete ein bisschen, allerdings schien ihm nicht mehr allzuviel einzufallen. Als letzte Geste legte er eine rote Rose von einem Zuschauer auf das Maserati-Schlagzeug und verliess dann die Buehne.

Ich sprach Till nochmal wegen des Muelheim-Tapes an und er fragte dann, ob wir auch noch hinter die Buehne wollten. So was laesst man sich natuerlich nicht zweimal sagen, und Sabine, Torsten P. und ich gingen erst auf die Buehne und dann backstage zu der kleinen Feier am Buffet. Helges Tochter war da, seine Schwester mit Sohn und viele Verwandte der Musiker. Irgendwann kam dann auch Helge dazu. Wir standen eigentlich nur im Raum und wollten uns nicht zu sehr aufdraengen, es war aber auf alle Faelle interessant. Gleithmann schien immer noch zu tanzen. Es tauchte auch noch die Schauspielerin auf, die im Reis-Video die Ecken putzt. Nach einiger Zeit war dann Abmarsch und wir verliessen mit Helge die Halle, durch das Spalier wartender Fans, die dann nochmal Autogramme bekamen, waehrend ich noch Fotos mit Wanjiru und Gleithmann machte.

Vielen Dank an Martin fuer die Organisation, an Till fuer die gratis Tickets und den backstage-Zutritt und an Sabine fuer alles! Gruesse an die Fans, die ich in Essen getroffen habe!

Oliver Kraemer 9/99