Konzert am 24. August 2000
Dresdner Filmnächte am Elbufer

Fotos: Karsten Ulbricht

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Hier aber erstmal eine Pressestimme:

von Jens-Uwe Sommerschuh (SZ vom 27.8.2000)

Nach dem Konzert an Freitag, 23.44 Uhr, fragte ich Helge Schneider, der, bekleidet mit einer schicken roten Turnhose, seine Hündin Luna kraulte, ob Konzerte in Dresden für ihn was Besonderes wären. "Genau", sagte er, "in Köln lachen sie an den selben anspruchsvollen Stellen wie in hier. Aber wenn eine leise anspruchsvolle Stelle kommt, hören die Dresdner ganz anders aufmerksam zu."

Tausende Zuschauer waren nach zweieinhalb Stunden im Begriff, sich heim- oder barwärts zu verstreuen, mit diesem Lächeln im Gesicht, das Leute nach bestimmten Filmen haben. Oder nach Auftritten von "the one and only Helge". Er schreibt abstrus erscheinende, wunderbar hintersinnige Bücher. Macht Filme. Nimmt Platten auf. Gibt solche Konzerte. Was ist ihm das Wichtigste? "Das hier", sagt er und zeigt mit dem Daumen auf die verwaiste Bühne, "Das ist mein Job. Zwischendurch schreibe ich, wenn ich schreibe, jeden Tag eine Seite Literatur. Aber das hier..." Er freut sich vor sich hin. Sie haben ihn und Peter Thoms am Schlagwerk und Buddy Casino am Klavier gefeiert wie die letzten großen Helden der Unterhaltungskunst. 20.57 Uhr. Emphatische Sprechchöre: "Helge, Helge, Helge!!" 21.07 Uhr: Im blauen Anzug, mit roter Krawatte um den Hals und roter Kunstblume an der Gitarre schlurft er zum Mikro. "Helge, du bist hässlich", ruft einer. Eine Liebesbekundung. Helge imitiert einen scheiternden Versuch, Flamenco zu spielen, intoniert Bobby Hebbs "Sunny", das durch Boney M bekannt wurde, und sagt "tschüss, das war´s". Eine der vielen lustigen Lügen des tapferen Schneiderleins aus Mülheim an der Ruhr. Es folgen jede Menge Klassiker. "Ich sitz zuhaus und drück die Maus", "Vogelhochzeit", "Ich hab mich vertan", "Ich bin der Telefonmann" und, als Zugaben, "Katzeklo" und "Es hat gefunkt bei mir". Dazwischen covert er Beethoven und Elvis, die Mondscheinsonate und den "Jailhouse Rock" und labert über´s Arbeitsamt, über Computer und Kreuzworträtsel. Jazz pur zum Ende und vom Feinsten. Er kann grandios blödeln. Er ist ein noch grandioserer Musiker. Dresden hatte einen weiteren proffesionell arnarchischen helgistischen Höhepunkt.